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Am Hof · · 4 Minuten Lesezeit

Warum wir einen Erdkeller bauen und keine Kühlhalle

Ein klimatisierter Erdkeller braucht einen Bruchteil der Energie einer klassischen Kühlhalle. Wie weit die Planung ist und woran es gerade hängt.

Erdäpfelkisten im kühlen Lagerraum

Ein Kühllager für Erdäpfel läuft nicht ein paar Wochen, sondern das halbe Jahr. Von Oktober bis in den Mai muss die Ware bei rund vier bis sechs Grad und hoher Luftfeuchtigkeit liegen, sonst keimt sie oder schrumpelt. Wer das mit einer klassischen Kühlanlage macht, zahlt jeden Monat dafür, dass eine Maschine gegen die Außentemperatur anarbeitet.

Deshalb schauen wir uns gerade eine ältere Lösung an, die zwischendurch aus der Mode gekommen ist: den Erdkeller. Nur eben mit Regelung.

Was ein klimatisierter Erdkeller anders macht

Ein Erdkeller nutzt aus, dass der Boden ab etwa zwei Metern Tiefe das ganze Jahr über zwischen acht und zehn Grad bleibt. Er muss also nicht kühlen, sondern nur die letzten paar Grad ausgleichen und die Luftfeuchtigkeit regeln. Der Rest ist Physik statt Kompressor.

Die Erde macht die Grundarbeit. Wir machen die Feinabstimmung.

Konkret heißt das: eine erdüberdeckte Halle mit isolierter Decke, kontrollierter Zu- und Abluft und einer kleinen Kälteanlage, die nur in Spitzen dazukommt. Nach den Zahlen, die wir aus vergleichbaren Projekten kennen, liegt der Stromverbrauch bei einem Bruchteil einer konventionellen Kühlhalle gleicher Größe.

Warum das für den Betrieb wichtig ist

Ganzjährige Lieferfähigkeit ist bei uns kein Nice-to-have. Wer eine Küche beliefert, muss auch im April liefern können, sonst kauft die Küche im Herbst gar nicht erst. Gleichzeitig ist Lagerung der Punkt, an dem bei kleinen Betrieben am meisten Geld und Qualität verloren geht.

  • Weniger Keimung, weil die Temperatur gleichmäßiger bleibt als bei getakteter Kühlung
  • Weniger Gewichtsverlust, weil die Luftfeuchtigkeit hoch gehalten werden kann
  • Deutlich niedrigere Betriebskosten über die Lagerperiode
  • Der Strom kommt ohnehin vom eigenen Dach, damit rechnet sich die Anlage doppelt

Wo es gerade hängt

An zwei Stellen. Erstens am Standort: Der Keller muss so liegen, dass ein LKW zufahren kann und gleichzeitig genug Erdüberdeckung möglich ist. Zweitens an der Förderkulisse. Für Investitionen in Lagerung und Energieeffizienz gibt es Programme, die Antragsfristen passen aber nicht immer zum Baufortschritt.

Realistisch rechnen wir mit dem Baustart nach der Ernte 2027. Bis dahin läuft das bestehende Lager weiter, mit Strom aus der PV-Anlage und dem Speicher, der den Mittagsstrom in die Nacht schiebt.

Wer den Fortschritt mitverfolgen will: Wir zeigen das auf Instagram, sobald der erste Bagger da ist.

Geschrieben von Sascha Böhm · BioBauernhof Böhm